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Trainerwissen · Verein & Zusammenarbeit

Trainerwechsel vorbereiten: eine Kaderübergabe, mit der das neue Team arbeiten kann

Eine gute Übergabe hält wichtige Absprachen und sportliche Zusammenhänge fest. Sie lässt dem neuen Trainerteam zugleich Raum für eine eigene Einschätzung. Diese Checkliste unterstützt eine geordnete Übergabe.

Den Rahmen der Übergabe zuerst vereinbaren

Lege gemeinsam mit der zuständigen Vereinsleitung fest, wer übergibt, wer übernimmt und wer offene organisatorische Fragen klärt. Auch der Zeitraum gehört dazu: Welche Informationen betreffen die abgelaufene Saison, welche sind noch aktuell? Ein persönliches Übergabegespräch und eine knappe schriftliche Übersicht ergänzen sich. Eine lose Sammlung alter Dateien ist noch keine verständliche Übergabe.

Erkläre dem neuen Trainerteam den Aufbau der Dokumentation und kennzeichne Lücken. Wenn eine Einschätzung nur auf wenigen Beobachtungen beruht, sollte das sichtbar sein. Nutzt die Übergabe als Ausgangspunkt für einen neuen Arbeitsstand. Überholte Terminpläne und frühere Zuständigkeiten dürfen nicht versehentlich als aktuelle Vereinbarung weiterlaufen.

Sportliche Informationen von organisatorischen Aufgaben trennen

In den sportlichen Teil gehören der aktuelle Kaderstand, zuletzt eingesetzte Rollen und nachvollziehbare Entwicklungsschwerpunkte. Beschreibe möglichst konkrete Beobachtungen mit ihrem Kontext. Statt „problematischer Spieler“ ist eine aktuelle, sachliche Beschreibung einer offenen Aufgabe hilfreicher. Das neue Team sollte eigene Beobachtungen sammeln können, bevor es frühere Urteile übernimmt.

Im organisatorischen Teil erfasst ihr Trainingszeiten, anstehende Termine, Materialzuständigkeiten und Ansprechpartner im Verein. Unterscheidet verbindliche Absprachen von Ideen und noch ungeklärten Punkten. Für jedes offene Thema braucht es eine verantwortliche Person und einen nächsten Schritt. Das verhindert, dass beide Trainerteams annehmen, die jeweils andere Seite kümmere sich bereits darum.

Beispiel: eine Entwicklungsnotiz übergeben

Synthetisches Beispiel: Die Mannschaft, der Name und die beschriebenen Abläufe sind frei erfunden.

Bei der Übergabe einer Jugendmannschaft findet das neue Trainerteam die Notiz: „Ari soll das Spiel besser lesen.“ Diese Formulierung ist zu allgemein. Der bisherige Trainer ergänzt, dass Ari in einer Außenposition häufig erst nach dem Zuspiel in den Raum blickt. In den letzten Einheiten wurde die Orientierung vor der Ballannahme zum Schwerpunkt gemacht.

Die Übergabe lautet nun: „Schwerpunkt war der Blick vor der Ballannahme in der Außenposition. In einfachen Spielformen häufiger erkennbar, unter engem Gegnerdruck noch wechselhaft. Ari kennt die Aufgabe. Bitte nach den ersten eigenen Einheiten neu einordnen.“ Damit wird eine konkrete Arbeitshypothese weitergegeben, ohne die Einschätzung für das neue Team festzuschreiben.

Zugänge und Ablage mit dem Verein abstimmen

Prüft, wo die notwendigen Informationen liegen und wer sie für die neue Aufgabe benötigt. Der Verein sollte Zuständigkeiten und Zugriffsrechte für den Übergang festlegen. Nutzt eigene Zugänge für verantwortliche Personen, statt persönliche Passwörter weiterzureichen. Klärt ebenfalls, wie bisherige Zugriffe nach dem Wechsel angepasst werden und wer dafür zuständig ist.

Nehmt nur Informationen in die Übergabe auf, die für die neue Aufgabe erforderlich und zur Weitergabe geeignet sind. Private Gesprächsinhalte und sensible persönliche Details gehören nicht automatisch in eine Kaderübersicht. Diese Checkliste ist eine Organisationshilfe; die konkreten Vorgaben eures Vereins für Daten und Berechtigungen müsst ihr gesondert prüfen. Die technische Umsetzung der Zugänge sollte nachvollziehbar durch die zuständige Person erfolgen.

Die Übergabe in fünf Schritten abschließen

  1. Bestand sichten: aktuelle Dokumentation, Termine und offene Aufgaben sammeln.
  2. Einordnen: veraltete Angaben kennzeichnen und den Stand der Übersicht nennen.
  3. Besprechen: Rollen, Entwicklungsschwerpunkte und Unsicherheiten erklären.
  4. Verantwortung klären: nächste Schritte und Zuständigkeiten bestätigen.
  5. Rückfragen ermöglichen: einen Ansprechpartner und einen geeigneten Rückblick vereinbaren.

Beziehe das neue Team bei der Auswahl der Inhalte ein. Was dir selbstverständlich erscheint, kann für die Übernahme entscheidend sein. Ein kurzer Rückblick nach den ersten eigenen Einheiten zeigt, welche Angaben fehlten. Nutzt diese Erfahrung für die nächste Übergabe, statt einen immer umfangreicheren Ordner anzulegen.

Wenn eine Mannschaft ihren Jahrgang oder die Spielform wechselt, gehört auch dieser Rahmen in die Übergabe. Bisherige Rollen und Abläufe lassen sich dann nicht immer unverändert übernehmen. Notiert gemeinsam, welche Entscheidungen erst nach den ersten eigenen Beobachtungen getroffen werden können und welche organisatorischen Dinge schon vor dem ersten Training geklärt sein müssen.

Druckvorlage: Übergabeübersicht für das Trainerteam

Mannschaft: __________ · Übergabestand: __________ · Beteiligte: __________

Inhalte und nächste Aufgaben der Übergabe
BereichAktueller Stand / AblageOffener PunktVerantwortlich / nächster Schritt
Kader und Rollen______________________________
Entwicklungsschwerpunkte______________________________
Termine und Material______________________________
Ablage und Zugänge______________________________

Rückfragekontakt: __________ · Nächster Abgleich: __________

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